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Eine Umarmung14

 

 

 

Eine Umarmung

Wir wurden vor drei Wochen von einer Schwester in ein Dorf nahe Shkoder zu einem Patienten gerufen. Der noch sehr junge Patient war im Palliativstadium mit einer Krebserkrankung. Er hat gekämpft, da er drei Mädchen hat, seine Frau auch bereits an Krebs starb und er seine Töchter nicht alleine lassen wollte. Die älteste Tochter ist verheiratet und kam mir beim Erstbesuch vor ein paar Wochen verzweifelt entgegen. Sie sagte, sie habe dann niemanden mehr. Und sie könne doch den Vater nicht auch noch verlieren. Die ganze Erinnerung an den Tod der Mutter kam in diesen Minuten hoch. Ich sprach sehr lange mit ihr, nahm sie auch in den Arm. Vor drei Tagen ist Fati ruhig und ausgesöhnt gestorben.

Nun kommt heute Mira in die Arbeit und erzählt: „Der Fati ist gestorben, es ist ein Verwandter von uns. Die älteste Tochter hat mir erzählt, dass da eine Klosterschwester zu ihnen als Muslime gekommen ist. Und sie erzählte, wie sie am Ende war. Und dann kam die Schwester und hat sie umarmt. Nie mehr seit dem Tod der Mutter hat sie ein Mensch umarmt. Aber diese Umarmung habe ihr das zweite Leben geschenkt, als sie in grosser Not und Verzweiflung um ihren Vater war. Sie könne nun leben, auch wenn er gestorben sei.“


Das erzählte die Mira. Und ich schaute auf meine Kaffeetasse, die ich einmal geschenkt bekam. Dort steht:

14 dezember 2023

 

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