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16Wenn das Wasser bis zum Halse steht

 

 

Wenn das Wasser bis zum Halse steht

Wir fahren wieder raus, um unsere Hochwassermarker zu prüfen. Es regnet und regnet und das Hochwasser von vor drei Wochen ist noch nicht wirklich weg gewesen. Wir helfen in Kuq, einem Dorf am anderen Ende von Shkoder. Dort wurden die Bewohner innerhalb von 30 Minuten in den Häusern geflutet. Was zurückblieb ist der Schlamm und die Zerstörung. Und nun bangen wir um den See. Das Wasser ist gestiegen. Die weissen Reiher sind bereits zu Scharen in den gefluteten Weiden, die Schafe in höher gelegene Gebiete getrieben.

Weiterer Starkregen ist gemeldet. Lukas war eben am Kanal im Livade und hat dort den Wasserstand geprüft. Der ist auch stark gestiegen. Die Menschen haben Angst, wirklich Angst. Ein uns befreundetes Ehepaar hat gesagt, wenn sie nochmal überschwemmt werden, dann sperren sie ihr Haus zu und fliehen ins Ausland zu den Kindern. Sie schaffen es nicht mehr, ein weiteres Mal die gesamte Wohnung vom Wasser mitgenommen zu erleben.

Und wir sind mit einer Herzhälfte bei den Vorbereitungen aufs Fest, bei der Planung für die Besuche der Bedürftigsten und mit der anderen Herz- und Hirnhälfte müssen wir an Shelter bei Hochwasser, an Evakuierungen, ja eben an Katastrophenmodus denken. Und gleichzeitig flehen wir mit bangem Herzen zu Gott, dass wir verschont bleiben. Heute Nacht habe ich mit Weihwasser die Natur gesegnet, wie so oft. Und dann bete ich immer sehr inständig, dass der Herr auch über die Naturgewalten, doch alles Zerstörerische aus Wind, Wolken und Wetter hinwegnehmen möchte. Andererseits weiss ich, dass wir selbst viel Natur zerstört haben. Und ich bin überzeugt und fühle, dass wir «Schwester Wasser» in allen Formen – auch im Starkregen, der zerstörerisch sein kann - eben als «Schwester» behandeln müssen, nicht als Feind, der uns bedroht. Und so werden wir auch diese Tage jeden Tropfen des Wassers mit Respekt ansehen.

16 dez 2022

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