Hoch im Himmel, tief im Herzen
Hoch im Himmel, tief im Herzen
Die dritte Kerze brennt. Ich bin noch unterwegs in der Dämmerung. Strassenlaternen gibt es hier nicht. Der Weg ist matschig und die Wasserpfützen sind schwer zu umgehen. Ich habe eine kleine Taschenlampe dabei. Weit ist es nicht heim, aber ich habe auf einmal das Gefühl, dass die Zeit stillsteht. Irgendwo hinter der Grundstücksmauer piepst ein Vogel. Ich halte inne, stehe in einer Pfütze mit den Stiefeln. Irgendwas zieht meinen Blick in den Himmel.
Die Wolken sind über mir aufgebrochen und die ersten Sterne funkeln fast etwas schüchtern.
Mich umhüllt in dieser Matsche eine heilige Stille und ich bin einfach da und gucke nach oben. Ich denke gar nichts – es ist wie blosses SEIN. Und in mir, tief in mir taucht ein nicht gedachtes Staunen auf, ein Staunen und die Ehrfurcht vor der Grösse des ganz anderen, zu dem ich GOTT sagen darf. GOTT! Und ich spüre ein befreiendes Kleinsein dürfen, weil da DER ist, der über mir und in mir wacht.


