Demo

1Kommt, wir gehen nach Bethlehem

eine Weihnachtsgeschichte von Schwester Maria Christina

 

 

I. Auf dem Weg mit dem Esel Beno

Der Kaiser Augustus hat bestimmt, dass sich alle Leute in ihrer Geburtsstadt zählen lassen müssen. Er will genau wissen, wie gross sein Volk ist.
Josef und Maria müssen sich auch auf den weiten Weg von Nazareth nach Betlehem machen.


Maria erwartet den Sohn Gottes, wie es ihr der Engel Gabriel gesagt hat. Josef geht mit ihr, aber er hat Sorge, dass Maria den langen gefährlichen Weg vor der Geburt nicht mehr gut schafft. Da nimmt Josef den Esel Beno und legt ihm das Zaumzeug an und fragt ihn, ob er die Maria, die das göttliche Kind erwartet, denn den Weg tragen werde.
Beno wird ganz rot vor Stolz und schreit durch die ganze Gegend:


„JJJJJJJJJJaaaaaaaaahhhhhhhhhh...“ und noch mal „jjjjjjaaaaaaaahhhhhhhhhhh.“ Und er scharrt mit den Hufen und denkt: „ich darf die Muttergottes tragen, da bekomme ich sicher viel Futter unterwegs... bestes, fettes Gras und viel frisches Wasser und wir werden in guten Herbergen übernachten, wo die Reiter des Kaisers auch sind mit ihren Pferden…“.
Beno lässt Maria aufsteigen und in den Satteltaschen hat er noch ein bisschen Gepäck für die Reise, ein paar armselige Dinge.


Sie gehen los und Beno ist fast übermütig, als sie von  Nazareth weggehen… und er grüsst heute die anderen Esel ganz besonders auffällig: „JJJJJJJJaaaaaaahhhhhhhhh“ - sie sollen nur wissen, dass er die Muttergottes nach Betlehem zum Palast des Königs tragen wird.


Maria hat es bequem auf dem Rücken und sie streichelt Beno und dankt ihm, dass er sie trägt. „Ist doch selbstverständlich…“ sagt Beno!


Nun sind sie schon etliche Stunden unterwegs und der Weg ist staubig und es ist eher kühlund Beno hat Durst und der Staub liegt in der Nase. Da denkt Beno: „was für Leute, sie gehen zum Palast und geben mir nicht mal was zu trinken… und wie schwer Maria ist…und ich bin durstig und müde und…“
Da bleibt er einfach stehen und bockt ein wenig: „aachhhh – iiiiiiiaaaaaaahhhhhhh!“
Maria erschrickt und wäre beinahe heruntergefallen.


Da sagt Maria: „Josef, ich glaube der Esel ist sehr durstig und müde. Bitte gib ihm

von meinem Wasservorrat. Ich brauche jetzt nichts, ich halte es gut aus bis zur nächsten Wasserquelle. Auch kann ich ein bisschen laufen, damit Beno ein wenig ohne Last sein kann…“Da wird der Esel Beno ganz rot um die Ohren und er neigt seinen Kopf und er schämt sich furchtbar. Er weiss ganz genau, dass es gar nicht so schlimm ist und er sagt: „Oh Maria, nein, nein, entschuldige bitte, das war nicht nett von mir. Ich kann es noch ganz gut aushalten ohne Wasser und ich bin auch nicht mehr müde…schau…“ und Beno läuft ganz locker drauflos und zeigt Maria und Josef, dass er seinen Fehler gutmachen möchte.


Und Maria sagt: „Danke, Beno, mein guter Esel...“ und Josef sagt bald darauf:


„Beno, ich glaube, ich höre eine Wasser-quelle. Lauf schon mal los, Maria kommt mit mir nach“  und Josef hilft Maria vom Rücken von Beno runter.
Beno sagt fröhlich: „Danke! Ich suche Euch schon den Weg zur Quelle“ und trabt voran…

         

II. Das Hündchen Belli

Es ist schon fast dunkel und Maria, Josef und Beno sind schon den ganzen Tag unterwegs.


Beno hat sich mächtig angestrengt, um gleichmässig zu traben und um Maria nicht abzuwerfen. Der Heilige Josef hat Beno sehr gelobt und Beno war ganz froh.
Der Mond ist schon sichtbar und die ersten Sterne sind am Himmel. Josef sucht ein Nachtlager. Maria sagt: „Gott wird uns einen Platz bereiten und wir werden gut schlafen“. Da stoppt Beno ganz plötzlich und spitzt die Ohren. Er zittert ein bisschen und hat Angst: „Vielleicht ein Wolf oder ein Räuber??? Die Gegend ist gefährlich!“


Josef hat auch etwas gehört und hebt die Laterne hoch. Er sagt: „Maria und Beno, ihr wartet hier, ich schaue mal, was da los ist!“


Josef geht vom Weg ab, er hat einen festen Schritt und keine Angst. Da jault etwas in einer Höhle. Josef beugt sich in den Eingang der Höhle und findet ein kleines Hündchen. Es zittert vor Angst und ist ausgehungert und hat eine Wunde am Bein und viele Dornen in der Pfote.


Josef sagt zum Hündchen: „hab keine Angst, ich tue Dir nichts.“ Er nimmt das Hündchen auf den Arm,  dann geht er mit ihm zu Maria und Beno und sagt: „Ich habe diesen kleinen Hund gefunden und dazu eine Höhle, wo wir heute Nacht übernachten können.“


Beno sagt: „Oh, wir nennen es Belli“ und leckt die Wunde. Belli knurrt behaglich und hat keine Angst mehr.


Dann schlafen sie alle ein und die Sterne leuchten ganz strahlend und die Nacht ist gefüllt wie mit einem wunderbaren Geheimnis.

 

                           

III. Wie die Spinne einen Segen bekam  

In der Höhle ist es warm geworden. Das Feuer leuchtet den Felsen aus und der Heilige Josef hat noch eine Brotsuppe gemacht.


Maria ist müde und sie sagt plötzlich: „Schau Josef, wir haben Besuch heute Abend“ und sie zeigt in eine kleine Spalte im Felsen. Dort hat die Spinne Frau Fleissig ihr Zuhause. Aber die zittert plötzlich vor Angst und denkt: „Jetzt, jetzt…jetzt…ist es aus mit mir!“ Und sie kann gar nicht mehr krabbeln vor Angst, sondern ist wie gelähmt… und wartet auf was ganz Schlimmes, das nun passiert mit ihr.


Maria steht vom Lager auf und geht nahe zu Frau Fleissig und Frau Fleissig erstarrt noch mehr! Doch Maria sagt: „Du bist immer fleissig, Frau Spinne. Ich danke Dir, dass Du so ein schönes Netz gesponnen hast. Ich hoffe, wir stören dich nicht bei der Arbeit“ und Maria segnet die Spinne. In diesem Moment bekommt die Spinne ein Kreuz auf ihren Rücken.


Josef wundert sich sehr, doch dann schlafen Maria, Josef, Belli und Beno die ganze Nacht tief und fest. Die Sterne am Himmel leuchten und die Nacht ist erfüllt von einem wunderbaren Geheimnis!

 

 

IV. Das Netz der Spinne Frau Fleissig

Josef und Maria haben in der Höhle übernachtet, doch noch bevor die Sonne richtig aufgeht, richtet Josef alles für die Weiterreise nach Betlehem.

Josef weiss, dass sie noch mal eine Nacht irgendwo übernachten müssen.

„Hoffentlich schafft es Maria noch bis nach Betlehem vor der Geburt des Jesuskindes.“ Denkt sich Josef und weckt Maria sanft. Er hat ihr einen heissen Tee gemacht und ein Stück Brot gegeben. Auch Belli, der Hund, bekommt ein Stück ab und dem Esel gibt Josef noch Heu.

Da kribbelt es Josef plötzlich am Hals. Er greift an die kribbelnde Stelle und hat die Spinne Frau Fleissig aus der Höhle in der Hand.

Erstaunt schaut Josef auf ihr Kreuz auf dem Rücken. Maria hat sie ja am Abend gesegnet.

Die Spinne Frau Fleissig zittert vor Angst und sagt aufgeregt zu Josef:„Entschuldige vielmals Josef, ich…ich …ich...“ und sie zittert. Josef streicht ihr ganz sanft über den Rücken und sagt zur Spinne: „Aber was ist denn? Ich tu dir doch nichts… Doch warum bist du denn hier?“

Die Frau  Fleissig krabbelt nun näher an das Ohr zu Josef und sagt ganz leise:„Bitte, bitte nimm mich mit nach Betlehem. Wenn das Kind geboren wird, dann möchte ich mit dabei sein und ich werde für das Kindchen ein warmes, feines Netz spinnen – ein weisses, warmes Netz wie ein kleiner Himmel über seinem Bettchen. Denn, wie ich von Euch hörte, bekommt Maria ja ein KÖNIGSKIND, den Retter der Welt. Bitte lass mich in deinem Ärmel mitkommen nach Betlehem. Josef, ich werde Dich nicht kribbeln, sondern fest schlafen in deinem Ärmel.“

Da sagt Josef zur Spinne. „Komm in meinem Ärmel mit nach Betlehem!“