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7Wie aus der Not eine Tugend wird

 

 

Wieder mal: Licht aus, kein Strom. Und wie immer: wir können uns entscheiden: ärgern oder das Beste draus machen.


So machen wir heute mal wieder Candle Light Dinner.  Wir sind es schon gewöhnt, unsere Gäste sind etwas verwundert, wie alles ruhig abgeht, wenn plötzlich Dunkelheit herrscht:
Wir haben schon Routine und gucken erstmal mit Kerzenlicht oder Taschenlampen, wo die Kids sind: „Wir kommen mit Licht!“ rufen wir durch den Gang. Wo ist Lorena gerade? Wo ist Toni, wo ist Abraham, der im Dunkeln noch Angst hat? Dann sind überall unsere Kerzen-lichter entzündet und wir machen eben auf „romantisch beim Abendessen“. Schwieriger wird es dann, wenn wir mit der Funzel die Patienten in der Ambulanz verbinden müssen, aber auch das haben wir relativ gut im Griff.  Der dann benannte „ menschliche Leuchter“ in der Ambulanz hat  einen wichtigen Job. Don Gjergji, ein alter Priester, der öfters zum Hühneraugen- Ausschneiden zu uns kommt, hat uns nun eine tolle Leuchte geschenkt, die vor allem Abraham anzieht. Geduld und Kreativität braucht es bei längerem Stromausfall dann schon in der Küche, vor allem auch, wenn das Essen im Backofen brutzelt und 14 Leute darauf warten. Für mich wird es schwieriger, wenn die Heizung lange ausfällt und die Kälte in die Knochen kriecht. Aber auch da hilft zusammenrücken und ein Kerzle und dann halt fünf Pullis unter den Habit ziehen. Und wir teilen immer wieder ein paar Kerzen an die Armen aus. Eine Kerze hat hier viel Wert und ist Hoffnung und Wärme für stromlose Winternächte.

 

6 dezember 2018