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Neujahr 2026

Liebe Schwestern und Brüder,

ein gutes und von unserem Gott gesegnetes und beschütztes Neues Jahr wünschen wir Euch vom Klösterle in Dobrac. 

Wir grüssen Euch heute, am Fest der Gottesmutter und des Weltfriedenstages.
Wir wünschen den Frieden, der unbewaffnet und entwaffnend ist, wie Papst Leo XIV in seiner Botschaft zum Friedenstag sagt. Und der Papst sagt, wir brauchen Menschen, die den Frieden nicht vergessen haben und unauflösliche Freundschaft mit dem Frieden schliessen.

Und so gehen wir ins Neue Jahr und wir erinnern uns an das Vergangene. Wir erinnern uns an die Friedenszeichen von Euch, an die Zeichen und Werke der Solidarität für unsere Armen und Elenden die in Ewigkeit eingeschrieben sind. Und wir danken für Euch und Eure Hilfe, Euer Wohlwollen, Eure Zeit, Eure friedliche Weggemeinschaft mit uns. Ihr seid Teil eines grossen Netzwerkes für eine menschlichere und friedlichere Welt geworden. DANKE.
Jedes Verstehen der anderen Kultur, jeder achtsame Gedanke für die Armen und Kranken hier, jede Gabe trägt das Siegel des Friedens, den GOTT schenkt. DANKE. 

Wir durften im vergangenen Jahr – Dank Eurer Solidarität – viel wirken und dazu beitragen, dass die Welt ein Stückchen heiler wird – ganz im Kleinen. Aber ist nicht das Lächeln eines von schweren Brandwunden geheilten Kindes ein Hoffnungszeichen auf Zukunft hin? Ist nicht das gemeinsame Sprechen miteinander über die Ängste vor einem drohenden Krieg ein Schritt hin zur Entwaffnung, wie der Papst dies sagt? Ist nicht die Reflexion über eigenes Verhalten ein Schritt hin zum Auflösen der in uns vielleicht schlummernden Feindbilder? 

Wir fragen uns oft, ob wir Dienerinnen des Friedens sein können in einer Welt, die wie das Kaninchen vor der Schlange vor einem drohenden grossen Krieg wie gelähmt scheint. Und wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam das tun können, was uns Papst Leo nun sagt: Wir können den entwaffnenden und unbewaffneten Frieden im Herzen tragen und im Alltag gegenwärtig setzen, wenn es drauf ankommt. Wann kommt es drauf an? 
Ich glaube, immer dann, wenn in uns die Angst hochkriechen möchte, das Feindbild uns zu unseren Waffen greifen lassen möchte. Und diese Waffen tragen wir zu oft vielleicht noch als Schutzschild vor uns her. Verbal aufgerüstet sind wir vielleicht sehr schnell, z.B. wenn ein Raser, der uns frech überholt, gleich eine Salve «Idiot» abbekommt. Segnen wäre die friedliche Variante. So versuchen wir es wenigstens. Was lesen wir, was gucken wir, wen belegen wir mit Misstrauen, wie hoffnungslos sehen wir die Zukunft, wie vergewaltigen wir die Natur? Wie und was ist friedlich in uns? Dies reflektieren wir diese Tage. Und wir reflektieren das vergangene Jahr. Dank Eurer Unterstützung konnten wir helfen, heilen, Impulse setzen, durchhalten, wenn es manchmal grenzwertig war. 

Heute haben wir in unserem Ambulanzkalender 2025 die aufgeschriebenen Patienten gezählt. Dort stehen die Namen von 1’664 Patienten und jeder hat seine Geschichte. Dazu kommen noch einige Hunderte, die nur einmal da waren oder per Handy einen Rat geholt haben. Es kommen dazu die Kranken und Sterbenden, die in den Häusern aufgesucht wurden. Es kommen dazu jene Patienten, die jede Woche von Irena nach Tirana zu den Fachärzten gebracht werden. Da kommen nochmal 200 Personen hinzu. Inzwischen werden die Kranken von allen Himmelsrichtungen hierhergebracht. Ich gebe zu, manchmal denke ich, die Grenze sei erreicht. Dann jedoch – gerade dann - müssen wir unser Herz weiten, einlassen, nicht die Türe schliessen. Wir erfahren regelmässig, wie GOTT dann SEINE Wunder tut, Kraft gibt, neue Kreativität und die Terminzeit zum Kairos macht. 

Schwester Michaela versorgt jeden Tag bis zu 20 Familien, die vor dem Tor stehen, mit dem Nötigsten. Und dann sind da Menschen, die einfach nur Rat möchten, uns Schwestern brauchen, um an der Not nicht zu verzweifeln, den Glauben nicht zu verlieren, sondern neuen Halt zu finden. Wie oft ist da die Kapelle mit dem Bild der schmerzhaften Muttergottes ein Ort des Heilens und der Kraftquelle. Wie oft ist ein Segnen mit Weihwasser für die Geplagten zum Aufatmen geworden. Wie oft ist ein in die Hand gedrückter Rosenkranz, ein kleines Kreuz oder Heiligenbild zum Halt in unbeschreiblichem Leid geworden!

Wir konnten die erste häusliche Pflege aufbauen. Eine Ausbildung von 220 Stunden mit 14 TeilnehmerInnen wurde im Juni mit der Übergabe eines offiziellen Diploms abgeschlossen. Dieses Pflegeteam ist hoch motiviert und die Pflegenden leisten ihren Dienst oft in schwierigsten häuslichen Situationen und bei Patienten, die schwerstkrank darniederliegen. Ich habe grosse Hochachtung vor diesen Pflegenden, die unter primitivsten Bedingungen die Kranken würdig versorgen. 

Im Kinderhaus sind in diesem Jahr – entgegen aller Erwartungen - wieder viele Kids, die sich dort gewaltfrei entfalten und kreativ ihre Fähigkeiten erlernen können. Die erzieherischen Herausforderungen sind grösser geworden, da viele der Kleinen durch massiven Gebrauch der Smartphones in Gefahr sind, den Bezug zur Lebenswelt zu verlieren. 

Für ein paar Gemeinden haben wir ein Drogenaufklärungsprogramm durchgeführt, da es ein paar Zonen gibt, die immensen Drogenmissbrauch bei Jugendlichen haben. Hier liegt viel im Argen bzw. im Tabubereich. 
Ebenso muss unser Blick für das Ansteigen von Aidserkrankungen geschärft werden. Es liegen jetzt wenigstens erste offizielle Meldungen diesbezüglich vor. Die Korruption scheint oft alles lahmzulegen. Und eine kriminelle Bande hier heuert aus unserem Gebiet Jugendliche an, die dann sozusagen die «kleinen schmutzigen Dinge» für ein paar Drogen erledigen: Besorgen und Lagern von Waffen, Anzünden von Autos usw. Innerhalb des letzten Monates sind in unserem Gebiet vier Jugendliche gefasst worden. Sie sind zuallererst Opfer. Wie wir hier vorgehen können, präventiv arbeiten, darüber denken wir gerade nach. Perspektivlosigkeit der Jugend ist ein wesentlicher Faktor für Drogenmissbrauch und Bandenzugehörigkeit. Unser Klösterle ist auch ein kleiner Anlaufpunkt für die «Westler» - wie wir unsere Freunde aus der Heimat gerne nennen - geworden. Im vergangenen Jahr waren so einige Reise-gruppen bei uns. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, ein paar Stunden von hier zu berichten, das interkulturelle Verstehen zu unterstützen und auch ein wenig hinter die Touristenkulissen zu schauen. Die Offenheit dieser Begegnungen berührt uns immer wieder und zeigt uns, dass interkulturelles Verständnis möglich ist und Empathie ein Schlüssel für Völkerverständigung sein kann. Als Weggemeinschaft teilen wir unsere Zeit und unsere Erfahrungen seit einigen Jahren mit Praktikanten, die als Volunteers bei uns sind. Es ist uns wichtig, unsere Gäste und Freiwilligen an unserem Leben teilhaben zu lassen, auf ihre Fragen und ihr Suchen einzugehen und unsere Spiritualität zu teilen. So sind wir sozusagen ein «kleines Haus der Stille» geworden. Obwohl im Klösterle immer viel Umtrieb ist, kommen viele der Besucher hier zur Ruhe und finden neue Quellen für ihr Leben. Immer sind wir vom Platz her zwar beengt, fast immer werden Matratzen bei uns irgendwo hingeschoben, weil wir noch einen Schlafplatz brauchen, aber auch immer ist genug Platz für alle. Und so gehen wir mit Euch allen in dieses Neue Jahr 2026. Wir gehen mit dem Frieden als Freund und als jene, die den Frieden nicht vergessen haben – auch wenn er von der Kriegstrommel zu ersticken droht. Wir gehen so mit Euch in diese Tage und bitten Gott, dass wir SEINE Gegenwart in uns wachhalten. 

In Dankbarkeit grüssen wir Euch und wünschen sehnlichst den Frieden 

Sr. Christina und Sr. Michaela

1 januar 2026

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